{"id":1054,"date":"2022-01-04T22:47:31","date_gmt":"2022-01-04T21:47:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/?page_id=1054"},"modified":"2022-01-04T22:47:31","modified_gmt":"2022-01-04T21:47:31","slug":"fog","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/fog\/","title":{"rendered":"Fog"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Fog<\/strong> for 6 singers, 2 pianos and string quartet (2013\/14)<br>Text: Maryna Vroda<br>pno1.pno2-s.s.ms.t.bar.b-vln1.vln2.vla.Vc<br>(33 min)<br><br><strong>Publisher<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.boosey.com\/Borowski\" target=\"_blank\">Boosey &amp; Hawkes Berlin<\/a><br><br><strong>First performance <br><\/strong>Neue Vocalsolisten Stuttgart, GrauSchumacher Piano Duo, Streichquartett des Ensemble L\u2019instant donn\u00e9, Manuel Nawri, Stuttgart, Germany, February 7th 2015<br><br><strong>Texts<\/strong><br><em>some thoughts on the piece, 02\/2015<\/em>, only in German<br><br>einige Gedanken, Feb. 2015<br><br>Thematik:<br>Grundlage dieses St\u00fccks sind Dialoge in englischer Sprache, die ich gemeinsam mit der Filmregisseurin Maryna Vorda entwickelt habe. Thema sind Fremdheitserfahrungen, die im Konflikt zwischen Heteronomie und Autonomie in menschlichen Beziehungen entstehen, das Erkennen, Aushalten und Druchleiden dieser und damit verbunden das aktive Handeln, welches n\u00f6tig ist, um eingefahrene Verhaltensmuster zu durchbrechen und mit all diesen Erfahrungen sich selbst eingebunden in die Beziehung (Gesellschaft) als &#8220;freier&#8221; Mensch wiederzufinden &#8211; die positiven Abh\u00e4ngigkeiten zu genie\u00dfen und gleichzeitig die notwendige Autonomie zu bewahren, um Entscheidungen f\u00fcr das eigene Leben zu treffen.<br><br>Story:<br>Zwei Menschen lernen sich kennen (Sasha und Anton), verlieben sich und werden dabei mit \u00e4u\u00dferen und auch inneren Konflikten konfrontiert, welche die M\u00f6glichkeit und den Sinn der Liebe von Anfang an in Frage stellen, gleichzeitig den Reiz und die gegenseitige Anziehung noch verst\u00e4rken. Im Laufe der Beziehung wandelt sich die Energie des Paares weg vom eigentlichen Konflikt (der nur Ausl\u00f6ser ist) hin zur eigenen Pers\u00f6nlichkeit, der \u00e4u\u00dfere Konflikt entpuppt sich als eine existentielle Krise.<br><br>Arbeitsweise und Entstehungsprozess:<br>Text und Musik sind gleichzeitig entstanden, es wurde kein pr\u00e4existenter Text im herk\u00f6mmlichen Sinne vertont. Die Form des Dialoges und der Entwicklungsprozess des Paares im St\u00fcck wirken sich auf unserer Arbeitsweise aus &#8211; es entsteht ein mehrfacher Dialog: in dem St\u00fcck, \u00fcber das St\u00fcck, zwischen uns, \u00fcber uns etc.. Das gemeinsame Diskutieren von Librettistin und Komponist, das Erkunden, Entdecken usw. sind nicht nur Bestandteil der Arbeitsweise sondern werden \u00fcber die Form des Austausches w\u00e4hrend der Arbeit Bestandteil des St\u00fcckes.<br>Wir &#8220;lassen&#8221; etwas entstehen, was uns zun\u00e4chst unbekannt und fremd ist &#8211; vergleichbar mit dem Konflikt des Paares im St\u00fcck. Wir k\u00f6nnen uns der Fremde nur n\u00e4hern und einen Teil davon verstehen (oder verstehbar machen), indem wir kreativ etwas erschaffen, was im Verh\u00e4ltnis zu ihr steht. Schritt f\u00fcr Schritt. Und jeder Schritt erzeugt Konsequenzen. Dadurch werden Muster erkennbar, das Unbekannte wird \u00fcber die Form erfahrbar. Die Entwicklung und letzendlich auch das Scheitern des Paares spiegeln unsere eigene Entwicklung und unser eigenes Scheitern wider, welchem wir kreativ begegnen.<br>Text und Musik bedingen sich gegenseitig &#8211; das eine ist ohne das andere nicht sinnvoll rezipierbar.<br><br>Sprache:<br>Die Dialoge sind der Alltagssprache angelehnt bzw. \u00fcbernommen und stehen im Verh\u00e4ltnis zu musikalisch-dialogischen Formprinzipien. So ist es m\u00f6glich, die Dramaturgie nach musikalischen Gesichtspunkten zu gestalten und trotzdem Musik als &#8220;Ergebnis&#8221; und Bestandteil des sprachlichen Dialogs zu interpretieren (und umgekehrt &#8211; das Verh\u00e4ltnis ist im Idealfall wechselseitig)<br>Der Dialog soll nicht der Veranschaulichung eines Inhalts, einer philosophischen\/politischen Reflexion dienen, er ist vielmehr aus dem Allt\u00e4glichen heraus entwickelt, mit all seinen unsystematischen, unlogischen Unterbrechungen und Wendungen. Er soll nicht den dramatischen Konflikt verst\u00e4ndlich vermitteln &#8211; die Personen, die sich unterhalten, kennen den Konflikt und sind gezwungen zu handeln, um sich ihm zu n\u00e4hern und ihn zu ver\u00e4ndern &#8211; f\u00fcr den Zuschauer bleibt es r\u00e4tselhaft. Die Form des Dialoges wird musikalisch.<br><br>Gedanken zur Besetzung:<br>Der Mangel an Dialogf\u00e4higkeit des Paares bedarf eines Hintergrundes, um als solcher erkennbar und k\u00fcnstlerisch erfahrbar zu werden. So ist ihm z.B. ein teilweise absurd in die Leere laufendes Dialogbed\u00fcrfnis der beiden Pianisten gegen\u00fcbergestellt. Musikalische Bestandteile bekommen so Bedeutung, die \u00fcber die abstrakt-musikalische hinausgeht und umgekehrt: Die Sprache verliert an semantischer Bedeutung, um in ein musikalisches &#8220;Erleben&#8221; umzuschlagen.<br>Sasha und Anton sind nicht allein, ihre Beziehung steht in einem engen Verh\u00e4ltnis zur Umgebung. Die 4 anderen S\u00e4nger symbolisieren diesen Kontext. Gleichzeitig spiegeln sie auf unterschiedliche Weise Atmosph\u00e4re, einzelne Facetten der Pers\u00f6nlichkeit, geben Hinweise auf verborgene Zusammenh\u00e4nge, analysieren und beeinflussen &#8211; zwischen Traum und Realit\u00e4t.<br><br>Gedanken zur Dramaturgie<br>Was als unschuldige Liebesbeziehung beginnt, f\u00fchrt zur Konfrontation mit Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen (welche aktiv das &#8220;Gegen\u00fcber&#8221; suchen, um sich erst entfalten zu k\u00f6nnen) und letztendlich zur Infragestellung der eigenen Identit\u00e4t.<br>Die geglaubte Sicherheit der Pers\u00f6nlichkeit und Lebensf\u00fchrung wird bedroht. Der Blick in den Abgrund er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten &#8211; Scheitern wird &#8220;produktiv&#8221;. Tragik, Leiden, Verzweiflung etc. f\u00fchren zum Gl\u00fcck, wenn sie \u00fcberwunden werden &#8211; selbst im Erkennen, dass manche Konflikte nicht zu l\u00f6sen sind. Diese hart errungene Erkenntnis f\u00fchrt zu Distanz und \u00f6ffnet einen neuen, leeren Raum.<br>Gl\u00fcckseligkeit wird auf andere Weise erfahrbar, in Abwesenheit und Befreiung des Ersehnten. Was bleibt, ist die Erinnerung. Entr\u00fcckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fog for 6 singers, 2 pianos and string quartet (2013\/14)Text: Maryna Vrodapno1.pno2-s.s.ms.t.bar.b-vln1.vln2.vla.Vc(33 min) PublisherBoosey &amp; Hawkes Berlin First performance Neue Vocalsolisten Stuttgart, GrauSchumacher Piano Duo, Streichquartett des Ensemble L\u2019instant donn\u00e9, Manuel Nawri, Stuttgart, Germany, February 7th 2015 Textssome thoughts on the piece, 02\/2015, only in German einige Gedanken, Feb. 2015 Thematik:Grundlage dieses St\u00fccks sind Dialoge [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"disabled","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1054"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1054"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1054\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1055,"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1054\/revisions\/1055"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.johannesborisborowski.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}